Gänse in einer Mastanlage "Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben." Tolstoi, Leo Eine befreite Gans "Es ist die Anonymität unserer Tieropfer, die uns Taub macht für ihre Schreie."
Rinser, Luise

Wir sind keine Einbrecher und Diebe!

Immer wieder wird uns vorgeworfen, dass wir Einbrecher und Diebe seien. Kriminelles Handeln wäre unsere Motivation. Doch das ist grundlegend falsch.
Einbruch setzt voraus, dass wir uns z. B. mit "Gewalt" Zugang zu einem Hühnerstall verschaffen. Juristisch gesehen wäre das Aufbrechen eines Schlosses oder das Einschlagen eines Fensters ein Einbruch, wenn uns dies den Zugang zu der Tierhaltung ermöglichen würde.

Wir brechen grundsätzlich nicht ein. Wir zerstören keine Türen, Schlösser oder Fenster, um Tiere zu befreien. Wir kommen im Dunkeln, und wir gehen im Dunkeln. Und in der Regel wird hinterher niemand merken, dass wir da gewesen sind. Wir betreten ausschließlich offenstehende Farmen. Daher sind wir auch keine Einbrecher.

Unerwünscht Anwesende, das sind wir schon eher - zumindest in den Augen der Tierhalter. Aber wegen denen sind wir nicht in den Farmen. Sondern wegen der Tiere. Sie werden gegen ihren Willen eingesperrt, gefoltert, getötet. Und wir befreien einige wenige. Viel zu wenige. Und doch so viele, wie es uns möglich ist. Unser Tropfen auf dem heißen Stein. Der einzige Ausweg, den wir sehen, um der industriellen Tötungsmaschinerie des Menschen entgegenzuwirken. Es ist wenig, was wir tun können. Aber es ist nicht das Werk von Einbrechern, sondern von einer Handvoll Menschen, die nicht tatenlos zusehen möchten.

Diebstahl setzt voraus, dass wir uns die Tiere aneignen. Vielleicht auch, dass wir in irgend einer anderen Weise von der Befreiung der Tiere (finanziell) profitieren.

Wir profitieren nicht von den Tierbefreiungen. Weder finanziell, noch in irgend einer anderen Form. Es kostet eine Menge Geld. Und wir müssen einen großen Teil unserer Freizeit aufwenden. Nicht, dass wir uns beklagen, aber von Profit kann nicht im Entferntesten die Rede sein. Vielleicht verschafft es dem einen oder der anderen von uns ein gutes Gefühl, sich für die Tiere einzusetzen. Aber was ist daran Bereicherung? Immerhin lassen wir bei jedem Einsatz Abertausende zurück. Die Gewissheit ihres sicheren Todes und eines unglaublich schmerzerfüllten Lebens ist der Preis, den wir zahlen.

Wir eignen uns auch keine Tiere an. Wir bringen sie zu Menschen, die ihnen ein neues Zuhause geben möchten. Nach jeder Tierbefreiung stehen wir mit leeren Händen da. Für jeden echten Dieb wäre das eine denkbar schlechte Situation.