Gänse in einer Mastanlage "Tiere sind meine Freunde... und meine Freunde esse ich nicht."
George Bernard Shaw Eine befreite Gans "Nur lebendige, frische Nahrung kann es dem Menschen ermöglichen,
die Wahrheit zu erkennen." Pythagoras

Informationen zur Unterbringung von Hennen

Sie haben die Möglichkeit, befreite Hennen aufzunehmen? Hier erhalten Sie Informationen zur Haltung von Hühnern, ihren Bedürfnissen und Wünschen:

Allgemein

Das heutige Haushuhn stammt vom Bankivahuhn ab, das schon im 3. Jahrtausend v. Chr. in Vorderindien lebte. Es hat eine Lebenserwartung von max. 12 Jahren und braucht unbedingt ein Leben in einer Gemeinschaft. Hühner in der Gemeinschaft fühlen sich wohl, sie genießen größeren Schutz vor Bedrohung durch Gefahren und im Vertrauen auf die Gruppe beschäftigen sie sich sorglos mit sich und ihrer Umwelt. Untereinander besteht eine feste Rang- bzw. Hackordnung. Dies ist dringend zu beachten wenn neue Tiere in eine bestehende Gemeinschaft hineinkommen. Es kommt zu Kämpfen, bis eine neue Rangordnung entstanden ist.

Der Stall und seine Einrichtung

Die wichtigsten Grundlagen einer artgemäßen Haltung sind vor allem Licht, Luft und Sonne. Ein heller, trockener, gut belüfteter, jedoch zugfreier Stall ist von großer Bedeutung. Dieser sollte auch bei schlechtem Wetter wie Wind, Regen etc. als Schutz dienen. Ungefähre Richtwerte für den Holzstall sind bei einer Lebensgemeinschaft von 10 Tieren mind. 2 x 2 m als Außenmaß und eine Höhe von 1,80 m- 2,20 m. Der Fußboden muß feuchtigkeitsabweisend, fäulnissicher und recht widerstandsfähig sein. Er darf aufsteigende Bodennässe nicht aufnehmen, denn ein Stall wird ohnehin sehr schnell feucht. Er sollte sich leicht säubern und desinfizieren lassen.

Ideal ist ein Fundament aus Beton und ein gut isolierter Fußboden. Bei Ställen ohne Bodenbelag (Naturboden, Erdboden) ist ein häufiges Umgraben oder Auswechseln wichtig um einer Anreicherung des Bodens mit Krankheitserregern vorzubeugen. Die Seitenelemente sollten doppelwandig sein, damit eine gute Isolierung gewährleistet ist. Die Stallfront ist mit einem Fenster zu versehen, das den Stallboden genügend erhellt und ist somit möglichst nach Süden oder Südosten zu richten. Da Hühner eine relativ trockene Stalluft brauchen, aber auch einen großen Sauerstoff- und Frischluftbedarf haben, sollten Lüftungsklappen vorhanden sein, welche z. B. oberhalb des Fensters angebracht sind. Im Sommer könnte ein fest konstruierter Gitterrahmen das Fenster ersetzen.

Außer Tür, Fenster und Lüftung gehört noch ein verschließbares Schlupfloch in den Hühnerstall. Um vor Wind zu schützen, kann man einen Windschutzkasten, d. h. einen Vorbau mit seitlichem Eingang, vor dem Schlupfloch anbringen. Als Scharr- bzw. Einstreumaterial eignen sich Sand, Kurzstroh, etwas Torf, Sägespäne, trockenes Eichenlaub usw. Optimal ist eine Schicht von 20 cm. Eine funktionelle und gute Inneneinrichtung des Stalles ist ein Kotbrett mit darüber (etwa 30-40 cm) angebrachten Sitzstangen, welche unbedingt nebeneinander in Abständen von ca. 35cm angeordnet sein sollten um Streitigkeiten zu vermeiden. (Man rechnet min. 20 cm Sitzstange pro Huhn.) Die Sitzstangen sollten einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben um ein angenehmes Sitzen zu ermöglichen. Sie müssen zur einfachen Reinigung herausnehmbar sein, dürfen sich aber nicht bewegen. Die Hühner benötigen die Sitzstangen zum Schlafen.

Die Futter- und Trinkgefäße müssen stabil, von den Tieren jederzeit gut erreichbar und leicht zu reinigen sein. Die Standorte sind so auszuwählen, dass sie weder durch hineingescharrte Einstreu noch durch Kot verunreinigt werden können. Metallgefäße für Trinkwasser sind abzulehnen, da diese leicht oxidieren und nach eventuellen Zugaben von Medikamenten oder Vitaminpräparaten dabei giftige Verbindungen entstehen können. Da Hühner zum Zermahlen des Futters im Muskelmagen kleine Steinchen benötigen, sollte trotz Auslauf zusätzlich ein Grit- bzw. Sandkasten angeboten werden.

Der Auslauf und seine Gestaltung

Grundsätzlich ist ein grasbewachsener Auslauf mit Baum- und Buschbestand für Hühner der optimale Lebensraum. Unter freiem Himmel fühlen sie sich ihrer Herkunft entsprechend/naturgemäß unsicher/unwohl. Obstbäume und Sträucher spenden Schatten und bieten zudem windgeschützte Plätze. Die Fläche sollte etwa 20 m² pro Huhn betragen. Der Rasen ist kurz zu halten, da lange Grashalme nicht mehr gefressen werden.Nach Möglichkeit sollte ein Teil der Auslauffläche überdacht sein, so, daß der Futterplatz immer im Trockenen liegt. Von großer Wichtigkeit ist ein Platz, an dem duie Tiere ein Staubbad nehmen können. Bietet der natürliche Boden keine Möglichkeit dazu, so sollte ein überdachtes Staubbad von 1 x 1 m, gefüllt z.B. mit feinem Heidesand, angelegt werden. Dies dient der Freihaltung von Außenparasiten und steigert das Wohlbefinden der Tiere.

Das Auslaufgelände ist, je nach Abnutzung, wie folgt zu bearbeiten: Löcher und andere Unebenheiten sind wieder auszugleichen, für regelmäßiges Grasangebot ist zu sorgen und gelegentliches Düngen (mit Phosphor und Kalk) und Umgraben ist notwendig. Das Vorhandensein eines Wechselauslaufes ist hierbei von Vorteil. Dabei wird ein Auslauf genutzt, während sich der 2. Auslauf erholen bzw. gepflegt werden kann. Der gesamte Auslaufbereich sollte sicher eingezäunt sein. Dazu eignen sich sämtliche Maschendrahtzäune, aber auch sehr dichtes, dorniges und reich verzweigtes Buschwerk, wie Berberitzen, Feuerdorn und Schlehen. Die künstliche Einzäunung ist jedoch der natürlichen vorzuziehen, da eine konstante Höhe (von ca. 1,30 - 1,50m) gewährleistet ist, ein Untergraben vermieden wird (vor allem bei festen Fundamenten) und ein Eindringen von Freßfeinden (z.B. Fuchs) verhindert wird. Um Hühner vor Greifvögeln (Habichte und Bussarde) zu schützen, sollte man, zumindest teilweise, den Auslauf mit Netzen überspannen. Als Schutz vor Mardern, welche ausschliesslich nachts aktiv sind, sollten die Hühner abends in den Stall gebracht werden.

Fütterung

Bei der Fütterung sind einige Besonderheiten der Verdauungsorgane des Huhnes zu berücksichtigen. Der Verdauungsweg ist im Verhältnis zu anderen Tierarten sehr kurz. Das erfordert eine Nahrung, die innerhalb kurzer Zeit aufgeschlossen werden kann. Der tägliche Futterverzehr ist relativ gering, größere Speicherorgane im Magen-, Darmkanal fehlen, deshalb benötigt das Huhn ein besonders hochwertiges Futter. Das Futterangebot sollte sich aus Körnerfutter, Weichfutter und Wurzel- und Knollenfrüchten zusammensetzen.

Körnerfutter: Gerste, Weizen, Mais und Hafer sind besonders geeignet. Pro Huhn hat man ungefähr einen Getreidebedarf von 50g. Am besten reicht man dieses abends oder eine kleinere Teilmenge morgens und die größere Menge abends. Angekeimtes Getreide bietet vor allem im Winter einen Grünfutterersatz. Durch den Keimvorgang werden Vitamine und hochverdauliche Nährstoffe in hohem Maße freigesetzt.

Weichfutter: Als Weichfutter kann man gekochte Kartoffeln, Kartoffelschalen, eingeweichtes Brot, Schrot, gekochte Nudeln und Reis sowie sämtliches Gemüse anbieten. Die Menge sollte jedoch so bemessen sein, daß sie in einer halben Stunde aufgefressen ist. Dann kann das Weichfutter im Sommer nicht säuern und im Winter nicht gefrieren.

Wurzel- und Knollenfrüchte: Es können Kartoffeln (in gekochtem Zustand), Mohrrüben, Rote Rüben und Zuckerüben gefüttert werden. Außerdem werden während des Auslaufes Grünfuttersorten, wie Gras, Klee, Luzerne, Brennessel etc. werden gerne aufgenommen. Während der Mauser, d.h. dem Neuaufbau des gesamten Federkleides, ist auf eine besonders gute Fütterung zu achten. Durch die vermehrte Gabe von ölhaltigen Sämereien wie Hanf, Leinsamen und Sonnenblumenkernen wird den zum Teil anfangs federlosen Tieren mehr Wärme bereitgestellt. Eine erhöhte Wärmeproduktion bedingt auch der Mais. Obst (Melonen etc.)! Die Versorgung der Tiere mit Wasser spielt eine bedeutende Rolle. Frisches Trinkwasser muss den Hühnern ständig zur Verfügung stehen. Das ist sowohl im Winter, wenn das Wasser rasch gefriert als auch im Sommer, wo es schnell verdunstet, zu beachten. Ein Huhn braucht täglich 1/4 Liter frisches Wasser, wobei fließendes Wasser von den Tieren gegenüber stehendem Wassser vorgezogen wird.

Krankheiten und Vorbeugungsmaßnahmen

Zur Gesundhaltung der Hühner ist Hygiene sehr wichtig. Als vorbeugende Maßnahme hat die Reduzierung des Kot-Tier-Kontaktes eine enorme Bedeutung. Dies wird durch folgende Vorgänge erreicht:

Täglich ist der anfallende Kot durch Reinigung des Kottisches zu entfernen. Ebenfalls täglich sind die Futter- und Trinkgefäße zu säubern, da Futerreste schnell schlecht werden und sich in Wassernäpfen Algen bilden können. Wöchentlich ist die die Tiedstreu im Stall umzuharken. Bei flacher Einstreu ist diese häufig zu wechseln; sie muß unbedingt trocken sein, da sonst leicht Krankheitsherde entstehen! Monatlich sind die Sitzstangen zu reinigen und zu desinfizieren. Bei der Generalreinigung, die 1-2 Mal im Jahr durchgeführt werden sollte, wird der komplette Stall ausgeräumt und desinfiziert. Das Auslaufgelände muß diesbezüglich ebenso beachtet werden.

Eine tägliche Kontrolle der Tiere ist selbstverständlich. Hierbei werden in der Regel Veränderungen rechtzeitig bemerkt, wie z.B. Tiere, die aufgeplustert und apathisch sind, die Lahmheiten oder Atemgeräusche zeigen, die wenig oder gar nichts fressen, die Durchfall haben, Juckreiz zeigen...

Wird ein verändertes Verhalten beobachtet, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da sich die Erscheinungsbilder oft sehr ähneln und meist nur von einer Fachperson erkannt werden können.

Lediglich die Ektoparasiten können durch aufmerksame Beobachtung erkannt werden.

Federlinge: 1-3mm lange, flügellose, sehr bewegliche Kerbtiere, die sich von Hautschuppen, Federteilen und Drüsenabsonderungen ernähren. Sie bewirken starken Juckreiz und zerfressen die Federn. Behandlung mit Insektenpulver (Kieselgur!!! [Kieselgur, auch Kieselmehl, Siliciumdioxid, Novaculit, Novaculite, Tripolit, Tripolite, Diatomit oder Diatomeenerde genannt, ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die aus den Kieselsäureschalen fossiler Kieselalgen besteht.]).

Kalkbeinmilben: ca 0,45 mm groß, setzen sich unter den Schuppen der Läufe fest. Das Hautgewebe wuchert und bildet eine dicke, borkige Schicht. Sie verursachen ebenfalls Juckreiz und Schmerzen bis zum Lahmgehen. Zur Behandlung dieLäufe mit warmem Wasser und Schmierseife abwaschen und mit Öl einreiben + Stalldesinfektion

Rote Vogelmilben: 0,6 - 1mm lang, saugen nachts das Blut der Hühner, tagsüber sitzen sie unter den Sitzstangen, in Ritzen, Spalten und sonstigen dunklen Ecken des Stalls. Sie schwächen die Hühner durch den Blutentzug, die gesamte Hautfarbe kann erblassen (v.a. der Kamm). Behandlung mit Insektenpulver (s.o.) + Stalldesinfektion.

Flöhe: im erwachsenen Stadium saugen ebenfalls Blut, die Eier in der Einstreu und dem Kot. Behandlung mit Insektenpulver (s.o.) + Stalldesinfektion. Auch Asche (z.B. aus offenem Feuer, Holzofen, Kamin) ist ein gutes (und kostengünstiges) Mittel gegen Parasiten. Durch das Vorhandesein eines Staub- oder Sandbades und regelmäßiger Hygienemaßnahmen wird einem Ektoparasitenbefall jedoch weitestgehend vorgebeugt.


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